Jänner 2026

Bau beginnt im Kopf und manchmal auf TikTok

Der Fachkräftemangel am Bau beginnt nicht erst bei offenen Lehrstellen, sondern viel früher und zwar im Kopf junger Menschen. Mit BauMaWas, initiiert 2022 von der Landesinnung Bau OÖ und der BAUAkademie BWZ OÖ, sowie BauDeineZukunft, der Plattform der Bundesinnung Bau der WKÖ, geht die Bauwirtschaft bewusst neue Wege. Über soziale Medien wie z.B. TikTok wird der Bau dort sichtbar gemacht, wo junge Menschen heute ihre Eindrücke sammeln: niedrigschwellig, lebensnah und ohne Werbesprache. Ziel ist es, früh Interesse zu wecken, ein realistisches Bild der Branche zu vermitteln und langfristig den Boden für bewusste Ausbildungs­entscheidungen im Hoch-, Tief- und Betonbau zu bereiten.

BauMaWas und BauDeineZukunft gehören mittlerweile zu den beliebten Bau-Formaten auf den Social Media Plattformen. Challenges, sympathische Influencer, kurze Clips aus dem Baustellenalltag und immer neue, trendaffine Formate sorgen dafür, dass Inhalte nicht belehren, sondern neugierig machen. Der Bau wird nicht erklärt, sondern gezeigt. Es passiert niedrigschwellig, lebensnah und ohne Werbesprache.

Über Fachkräftemangel wird viel gesprochen. Wesentlich seltener darüber, warum sich junge Menschen überhaupt für den Bau interessieren und warum viele von ihnen bleiben. Genau hier setzen BauMaWas und BauDeineZukunft an. Nicht als klassische Lehrlings- oder Karriereschienen, sondern als früher Einstieg in eine Branche, die mehr ist als ihr oft reduziertes Image.

Früh ansetzen, bevor Entscheidungen fallen

Der Anspruch ist klar: BauMaWas und BauDeineZukunft wollen keine Lehrstellen besetzen. Sie wollen einen Gedanken pflanzen. Nämlich den, dass „eine Lehre am Bau eine Option für mich sein könnte“. Diese frühe, emotionale Ansprache erfolgt lange bevor konkrete Berufsentscheidungen anstehen – und genau darin liegt ihre Wirkung. Aus dem ersten spielerischen Kontakt entwickelt sich eine nachvollziehbare Journey: vom beiläufigen Scrollen über echtes Interesse bis hin zur bewussten Auseinandersetzung mit Ausbildungswegen.

Während BauMaWas Aufmerksamkeit schafft und Nähe aufbaut, liefert BauDeineZukunft die sachliche Vertiefung. Die Plattform bietet Orientierung zu Lehrberufen, Ausbildungswegen und Entwicklungsmöglichkeiten in der Bauwirtschaft. Niedrigschwellige Ansprache und fundierte Information greifen so ineinander.

Was eine Lehre am Bau tatsächlich bietet

Für Hochbau-, Tiefbau- und Betonbau-Lehrlinge ist der Bau kein abstraktes Zukunftsversprechen, sondern gelebter Alltag. Sie arbeiten im Team, übernehmen früh Verantwortung und erleben unmittelbar, was ihre Arbeit bewirkt – vom ersten Fundament bis zum fertigen Bauwerk.

Die Ausbildung verbindet handwerkliches Können mit technischem Verständnis und fördert Kompetenzen, die weit über die Baustelle hinausreichen: strukturiertes Arbeiten, Problemlösung, Organisation und Zusammenarbeit.

Gleichzeitig eröffnet der Bau klare Entwicklungsperspektiven. Vom Lehrling zur Fachkraft, vom Polier bis zur Bauleitung stehen zahlreiche Wege offen – unterstützt durch gezielte Weiterbildung und Spezialisierung über die BAUAkademien. Die Lehre wird damit nicht zum Endpunkt, sondern zum Einstieg in eine langfristige berufliche Entwicklung.

Ein realistischer Blick auf den Bau

BauMaWas romantisiert den Bau nicht. Der Beruf ist fordernd, körperliche Arbeit und Witterung gehören dazu. Gerade diese Ehrlichkeit schafft Glaubwürdigkeit. Junge Menschen erleben den Bau als Arbeits- und Lebensraum, der Zusammenhalt bietet, Sinn stiftet und sichtbare Ergebnisse schafft.

Wer dem Fachkräftemangel nachhaltig begegnen will, muss früher ansetzen und neue Kommunikationswege zulassen. BauMaWas und BauDeineZukunft zeigen, wie das gelingen kann: zeitgemäß, glaubwürdig, nah an der Lebenswelt junger Menschen und mit einem realistischen, positiven Blick auf den Bau als Branche mit Zukunft.

Mehr Informationen:
ooe.bauakademie.at
www.baudeinezukunft.at/ober­oesterreich#show-contact
www.baumawas.at

Zur Artikel-Übersicht